Der Renault Mégane I (Phase 1, interne Codes BA für Schrägheck, DA für Coupé, LA für Stufenheck/Classic, EA für Cabriolet) wurde im Herbst 1995 als Nachfolger des erfolgreichen Renault 19 eingeführt. Er zeichnete sich durch sein rundliches 'Bird-Beak'-Design (Vogelschnabel-Kühlergrill) und ein stark verbessertes Sicherheitskonzept aus. Als Experte betrachte ich die Phase 1 heute als klassischen Youngtimer. Der Fokus dieser Analyse liegt auf den Dieselmotorisierungen (1.9 D, 1.9 dT, 1.9 dTi), die damals wegen ihrer Wirtschaftlichkeit sehr beliebt waren. Während die Karosserie und das Fahrwerk solide sind, wird die Zuverlässigkeit oft durch ärgerliche Elektronikprobleme (insbesondere die Infrarot-Wegfahrsperre) und spezifische Schwächen bei den ersten Direkteinspritzer-Dieseln (dTi) getrübt.
Der Renault Mégane I Phase 1 ist heute ein reines Budget-Auto oder ein angehender Youngtimer (als Coupé/Cabrio). Wer einen Diesel sucht, sollte paradoxerweise den älteren 1.9 dT (90 PS) dem moderneren 1.9 dTi vorziehen. Der dT ist mechanisch wesentlich unauffälliger und leidet nicht unter der tödlichen Zahnriemen-Problematik des dTi. Der Saugdiesel (1.9 D) ist unzerstörbar, aber für den heutigen Verkehr fast zu langsam. Das größte K.O.-Kriterium bei allen Modellen dieser Baujahre ist die Infrarot-Wegfahrsperre: Kaufen Sie nur ein Fahrzeug, bei dem dieses System nachweislich repariert oder dauerhaft deaktiviert wurde. Wenn die Historie stimmt, erhält man einen sehr komfortablen und sparsamen Begleiter.