Der Jaguar XE (X760) markiert die Rückkehr des Unternehmens aus Coventry in das hart umkämpfte Segment der Premium-Mittelklasse-Limousinen (D-Segment), das von den deutschen Herstellern (3er-Reihe, C-Klasse, A4) dominiert wird. Basierend auf der neuen modularen iQ[Al]-Architektur mit hohem Aluminiumanteil (75 %) zeichnet er sich durch ein außergewöhnliches Fahrverhalten, eine präzise Lenkung und ein elegantes Design von Ian Callum aus. Allerdings litt diese erste Phase (2015-2019) unter Kinderkrankheiten: ein launisches Infotainmentsystem (InControl), eine Innenraumverarbeitung unterhalb der deutschen Standards und vor allem schwerwiegende Zuverlässigkeitsprobleme bei seiner Hauptmotorisierung in Europa: dem völlig neuen 4-Zylinder-Dieselmotor „Ingenium“ (AJ200D).
Der Jaguar XE der ersten Generation ist eine Limousine mit fantastischem Fahrverhalten, erfordert jedoch eine strenge Auswahl der Motorisierung. Wenn Sie den Diesel (2.0d Ingenium) ins Auge fassen, ist größte Vorsicht geboten. Dieser Motor leidet unter erheblichen Konstruktionsmängeln (anfällige hintere Steuerkette, Ölverdünnung), die zu einem Motorschaden führen können. Kaufen Sie einen Diesel nur, wenn die Steuerkette bereits nachweislich (mit Rechnung) ausgetauscht wurde, das Fahrzeug ausschließlich auf der Autobahn bewegt wurde und die Ölwechsel alle 10.000 km durchgeführt wurden. Die Benzinversionen (2.0t und vor allem der klangvolle 3.0 V6) sind hingegen deutlich empfehlenswerter und machen den XE zu einer hervorragenden Alternative zu den deutschen Limousinen.